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Musikerportrait

Fritz Busch (1890-1951)

Fritz Busch, geboren am 13. März 1890 in Siegen, gestorben am 14. September 1951 in London, war ein deutscher Dirigent.
 
Fritz Busch studierte bei Fritz Steinbach in Köln. Mit 19 Jahren wurde er Kapellmeister in Riga, anschließend in Bad Pyrmont und in Gotha. Von 1912 bis 1918 war er als Musikdirektor beim Sinfonieorchester Aachen engagiert.
 
Von 1918 bis 1922 war er Generalmusikdirektor beim Staatsorchester Stuttgart und anschließend an der Semperoper in Dresden. 1924 und 1925 dirigierte er in Bayreuth, 1927/28 in New York und 1929 in London. Mit dem Orchester der Sächsischen Staatsoper gastierte er u.a. bei den Salzburger Festspielen mit Mozarts Die Entführung aus dem Serail und am Deutschen Opernhaus in Berlin mit Verdis Un ballo in maschera.
 
Zehn Jahre lang stand er hundertmal jährlich am Pult der Staatsoper, hat in Dresden Operngeschichte gemacht, hat „Intermezzo“ uraufgeführt und „Ägyptische Helena“, und als Quittung haben ihn die Nazis zur Oper herausgegröhlt.
 
Hitler, Göbbels und Goering wollten diesen berühmten Dirigenten in Berlin haben. Busch schilderte das Gespräch mit Göring wie folgt: Ich sagte, dass ich keinem jüdischen Kollegen - diese waren von den Nazis schon entlassen worden oder wurden zu der Zeit gerade aus Ihren Ämtern vertrieben - den Platz wegnehmen würde. - Göring: Na, lieber Freund, wir haben ja auch Mittel in der Hand,

Sie dazu zu zwingen! Versuchen Sie das nur, platzte ich heraus. An einem erzwungenen Tannhäuser unter meiner Leitung werden sie ihre Freude haben.
 
Damit war die Werbung der Nazis beendet. Am 7. März 1933, vor Beginn einer "Rigoletto"-Vorstellung, wurde Busch vom SA-Mob vom Pult gebrüllt und musste sein Amt als Generalmusikdirektor an der Semperoper aufgeben.
 
Busch emigrierte nach England und begründete in Glyndebourne zusammen mit Carl Ebert als Dramaturg die dortigen Festspiele. Weitere Exilstationen waren Buenos Aires, wo er 1936 die argentinische Staatsangehörigkeit erwarb, Stockholm, Kopenhagen, Edinburgh und Zürich. Von 1945 bis 1950 war er künstlerischer Leiter der Metropolitan Opera New York. Im Februar 1951 kehrte er nach Deutschland zurück, um in Köln die erste Opernproduktion des damaligen Nordwestdeutschen Rundfunks NWDR im neuen Sendesaal zu dirigieren: Verdis Maskenball. Seiner Berufung an die Wiener Staatsoper kam sein Tod am 14. September 1951 zuvor. Anlässlich seines einhundertsten Geburtstages wurde er posthum zum Ehrenmitglied der Staatskapelle Dresden ernannt. Er war unter anderem mit Richard Strauss und weiteren namhaften Dirigenten befreundet.
 
Fritz Busch war der Bruder des Geigers Adolf Busch, des Schauspielers Willi Busch, des Cellisten Hermann Busch sowie des Pianisten Heinrich Busch. Sein Vater war der Geigenbauer Wilhelm Busch.

 



CDs des Musikers 

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